Sumpfdeckelschnecke (Viviparus viviparus)

Viviparus viviparus ist umgangssprachlich als Stumpfe Sumpfdeckelschnecke oder Flussdeckelschnecke bekannt. Die in Europa und auch bei uns heimische Art bevölkert langsam fließende Gewässer, Tümpel und Seen. Ihr Gehäuse kann eine Höhe von bis zu 4 Zentimetern erreichen.

Sumpfdeckelschnecken

Viviparus viviparus im Aquarium
  1. Beckengröße: ab 40 Liter
  2. Bodengrund: feiner bis mittelgrober Kies, Sand, Kies-Sand-Gemisch
  3. Temperatur: 4-25 °C
  4. Wasserhärte: pH-Wert 6,5-8,5
  5. Futter: Algen, Plankton, abgestorbene Pflanzenteile (Detritus), Futtertabletten, blanchiertes Blattgemüse
  6. Vergesellschaftung: möglich mit gleich großen Arten, wie Spitzschlammschnecke oder Posthornschnecke

Becken & Bodengrund: Das Becken sollte mindestens 40 Liter fassen und mit Pflanzen bestückt sein, auf denen die Sumpfdeckelschnecke zur Wasseroberfläche kriechen kann.

Als Bodengrund eignen sich feiner bis mittelgrober Kies oder ein Kies-Sand-Gemisch.

Temperatur: Sehr agil ist Viviparus viviparus bei Temperaturen zwischen 15 und 23 °C. Werte darunter verträgt sie auch, nur dauerhaft warm (>25 °C) mag sie es nicht.

Ernährung: Die Sumpfdeckelschnecke ist nicht wählerisch, sie ernährt sich von Algen und absterbenden Pflanzenteilen, besitzt aber auch die Fähigkeit, Plankton aus dem Wasser zu filtern.

Futtertabletten und blanchierten Salat frisst sie ebenfalls.

Sumpfdeckelschnecke

Ob die Sumpfdeckelschnecke auch „lebende“ Wasserpflanzen verspeist, kann ich nicht sagen. Ich halte sie zusammen mit der Kanadischen Wasserpest und dem Hornblatt. An diese Gewächse gehen nicht mal die gefräßigen Paradiesschnecken, die sonst alles fressen, sogar blanchierte Zwiebeln.

Vergesellschaftung: Viviparus viviparus verträgt sich gut mit gleich großen Arten, wie der Posthornschnecke oder der Spitzschlammschnecke. Die Tellerschnecken scheinen ebenfalls mit ihr zurechtzukommen.

Mit den kleinen Schlammschnecken aus der Gattung Radix würde ich sie nicht gemeinsam halten. Sie können sich nur schwer bis nicht gegen ihre großen Verwandten durchsetzen.

Viviparus viviparus

Links ist eine männliche und rechts eine weibliche Sumpfdeckelschnecke zu sehen. Beim Männchen ist der rechte Fühler dicker.

Vermehrung

Viviparus viviparus ist getrenntgeschlechtlich und vermehrt sich ovovivipar: Die Eier werden im Körper der Mutter „ausgebrütet“. So machen das übrigens auch die Lebendgebärenden Zahnkarpfen wie Guppys, Platys oder Schwertträger.

Die Jungtiere haben beim Schlüpfen eine Größe von 3 bis 6 Millimetern.

Sumpfdeckelschnecken Jungtiere

Junge Sumpfdeckelschnecken wenige Stunden nach dem Schlüpfen.

Die Jungen können über mehrere Tage verteilt einzeln geboren oder in kleinen Gruppen aus dem Mutterleib entlassen werden.

Das Geschlecht der Tiere kann man anhand ihrer Fühler erkennen. Beim Männchen ist der rechte etwas kürzer und dafür dicker, er fungiert als Begattungsorgan.

sumpfdeckelschnecke viviparus viviparus

Die Sumpfdeckelschnecke im Teich

Wenn der Teich mindestens 80 bis 100 Zentimeter tief ist, sodass er nicht durchfriert, kann er mit der Sumpfdeckelschnecke besetzt werden. Den Winter überdauert sie auf dem Grund.

Gefüttert werden muss sie im Teich nicht.